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Training
Informationen zum Krafttraining, Ausdauertraining und allgemein zur sportlichen Betätigung.
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Im
Grunde löst jede Art von Sport bis zu einem gewissen Maße eine Hypertrophie,
also ein Dickenwachstum der Muskulatur, aus. Bei keiner Sportart ist diese
allerdings so ausgeprägt wie beim Krafttraining. Bei den Trainingsmethoden
scheiden sich die Geister allerdings. Volumentraining, High-Intensity-Training
(HIT), Einsatztraining, Mehrsatztraining, selbst über die Trainingsdauer und
Trainingshäufigkeit wird debattiert. Klar sollte allerdings jedem sein, dass
alle Methoden funktionieren. Die Unterschiede sind im Grunde marginal, solange
die Trainingsgestaltung effizient bleibt.
Wichtig ist, dass die Wiederholungen pro Satz nicht zu viel werden.
Am effizientesten ist meiner Ansicht eine Wiederholungszahl zwischen sechs und
zehn. In diesem Wiederholungsbereich zu trainieren, bedeutet, ein Gewicht wählen
zu müssen, mit dem zumindest sechs Wiederholungen möglich sind. Das
"Prinzip der letzen Wiederholung" ist zu beachten, was bedeutet, dass
der Satz erst dann zu Ende ist, wenn sich das Gewicht nicht mehr mit Muskelkraft
- bei gleichbleibend sauberer und konzentrierter Ausführung - bewegen lässt.
Wenn diese letzte - für den Wachstumsreiz entscheidende - Wiederholung die
elfte sein sollte, so muss im Folgetraining das Gewicht erhöht werden, wenn man
an Leistungssteigerung interessiert ist.
Die einzelen Wiederholungen sollten langsam (mindestens zwei
Sekunden konzentrische und zwei Sekunden exzentrische Phase), konzentriert und
sauber sein. Keinesfalls sollte man das Gewicht in der exzentrischen Phase
(Bspw. dem Absenken beim Bankdrücken) fallen lassen, bzw. die
Absenkgeschwindigkeit vornehmlich von der Schwerkraft bestimmen lassen. Auch ein
Abfedern auf der Brust beim Bankdrücken muss daher tabu sein. Es geht nicht
darum möglichst viel Gewicht irgendwie zu bewegen. Es geht darum, das für den
Leistungsstand der Muskulatur angemessene Gewicht, ausschließlich durch
Muskelkraft, ohne Zuhilfenahme von Schwung und Schwerkraft, kontrolliert zu bewältigen.
Die einzelnen Muskelgruppen einmal wöchentlich - besser einmal
alle fünf Tage - intensiv zu trainieren, ist optimal für den Muskelaufbau. Man
kann sich hierzu eines Ganzkörpertrainings bedienen oder auch ein
zeitintensiveres, dafür aber meines Ansicht etwas effizienteres, Splitprogramm
wählen. Im Ganzkörpertraining wird die gesamte Muskulatur in einer
Trainingseinheit trainiert. Ein Splitprogramm unterteilt die Ganzkörpertrainingseinheit
in einzelne Muskelgruppen und wird daher auch auf zwei oder mehr Tage verteilt.
Die Trainingsdauer ist ein weiterer wichtiger Punkt. Das heutige
Wissen um die hormonellen Vorgänge während des Trainings zeigt, dass sich der
Hormonhaushalt ab einer Trainingsdauer von über einer Stunde beginnt, von einer
anabolen (aufbauenden) in eine katabole (abbauenden) Lage zu verschieben. Das
bedeutet zwar nicht, dass ein zweistündiges Training keinen Aufbau bewirkt,
legt aber die Vermutung nahe, dass ein einstündiges Training effizienter ist.
Mitentscheidend für die Trainingsdauer ist die Übungswahl und die
Satzzahl der Trainingseinheiten. Kurze und Intensive Trainingsmethoden wie das
HIT (High-Intensity-Training) kommen in der Regel mit einem Satz pro Übung und
nur wenigen Übungen pro Muskelgruppe aus, so dass eine Trainingseinheit nicht länger
als 30 Minuten dauert. Ein klassische Mehrsatztraining sollte sich auf fünf bis
sechs Übungen à zwei bis drei Sätze beschränken, um die Trainingsdauer von
einer Stunde nicht zu überschreiten.
Bei dem Mehrsatztraining sollten die Pausen zwischen den Sätzen
einer Übung so gewählt werden, dass man sich mental bereit fühlt, einen
weiteren Satz zu bewältigen. Bei Fortgeschrittenen dauert dies selten länger
als 30 Sekunden. Ein sicheres Zeichen für eine zu lange Pause ist, wenn der
zweite Satz einer Übung zur Erreichung der gleichen Wiederholungszahl wie beim
ersten Satz führt.
Übertraining
Als Übertraining bezeichnet man die Stress-Reaktion des Körpers auf eine zu
hohe Trainingsintensität oder einen zu hohen Trainingsumfang. Ein übertrainierter
Körper wird in zu kurzen Abständen zu intensiv belastet, so dass eine
ausreichende Regeneration nicht möglich ist. In seiner leichten Form führt das
Übertraining zu einer Stagnation im Trainingsprozess. Zumeist ist auch ein erhöhter
Ruhepuls und ein erhöhter Blutdruck feststellbar. Diese einfache Form des Übertrainings
lässt sich zwar nicht so leicht erkennen, da die Symptome nicht allzu
offensichtlich sind, aber dafür umso einfacher bekämpfen. Leider werden allzu
häufig andere Ursachen wie falsche Ernähung oder nicht ausreichend intensive
oder häufige Trainingsreize vermutet. Als Folge werden die tatsächlichen
Ursachen des Übertrainings noch verstärkt.
Im fortgeschrittenen Stadium des Übertrainings kann es zu monatelangen
Leistungseinschränkung kommen. Auffällige Symptome eines Übertrainings sind
eintretender Gewichtsverlust, starker Leistungsabfall, Appetitlosigkeit und
Antriebslosigkeit bis hin zu depressiven Verstimmungen, Schlafstörungen und
Kreislaufproblemen.
Verantwortlich für das Übertrainingssyndrom zeichnen mehrere Mechanismen. So
kommt es unter anderem zu einem Ungleichgewicht im Aminosäurestoffwechsel, da
sich durch die Verbrennung von verzweigtkettigen Aminosäuren zur
Energiegewinnung das Verhältnis zur Aminosäure Tryptophan in der
Plasmakonzentration verschiebt. Dadurch erhöht sich die Konzentration von
Tryptophan und Serotonin im Gehirn. Es kommt zu einer schlaffördernden Wirkung
und einer negativen Beeinflussung der Abgabe von Hypophysenhormonen. Als Folge
sinkt der Testosteronspiegel beim Mann. Bei Frauen kann es zum Ausbleiben der
Regel führen.
Übertraining ist eine nachhaltige Störung der Regenerationsmechanismen. Der
Zustand des Übertrainings ist jedoch nicht mit einer vorübergehenden Ermüdung
nach harten Trainingseinheiten zu verwechseln. Übertrainingssymptome sind nicht
nur in unmittelbarer zeitlicher Trainingsnähe akut, sondern gerade auch
zwischen den Belastungen.
Bei Feststellung der Übertrainingssymptome sollte der bisherige Trainingsturnus
sofort unterbrochen werden. Eine Woche aktiver Erholung zur Beruhigung des
Organismus ist anzuraten. Gemütliches Schwimmen ist m. E. die beste
regenerative Maßnahme, da es die Muskulatur beansprucht und so zum besseren
Abbau von Stoffwechselprodukten beiträgt, aber deutlich weniger belastet als
ein extensives Lauftraining. Hilfreich sind auch warme Bäder, Saunabesuche und
Massagen aber vor allem ein tiefer und ausreichend langer Nachtschlaf.
Nach ein bis zwei Wochen, frühestens sobald die Symptome abgeklungen sind, kann
wieder in das Training eingestiegen werden. Allerdings sollten Umfang und
Intensität zu Anfang geringer ausfallen und erst allmählich wieder intensiv
trainiert werden. Der Trainingsumfang sollte im Vergleich zum übertrainingauslösenden
Trainingsprogramm reduziert werden.
Hilfreich zur rechtzeitigen Erkennung eines Übertrainings ist daher das Führen
eines Trainingstagebuches. Bei Auftreten eines Übertrainings kann so exakt
ermittelt werden, ab wann beispielweise eine Leistungsstagnation eingetreten ist
und inwiefern der Trainingsumfang reduziert werden muss. Übertraining kann sich
beispielweise auch auf einzelne Muskelgruppen beschränken, so dass es möglich
sein kann nur einige Übungen zu reduzieren, um erneute Leistungssteigerungen zu
erfahren.
Regelmäßige Kontrolle von Puls und Blutdruck (Messung morgens in waagrechter
Position vor dem Aufstehen) kann ebenfalls helfen, den Trainingszustand zuverlässig
festzustellen.
Da es Ziel des leistungssportlichen Trainings ist, mit harten
Trainingsbelastungen eine große Anpassung und daraus resultierende
Leistungssteigerung zu erreichen, gibt es nur einen sehr geringen Abstand
zwischen optimaler Belastung und der Überbelastung. Ziel sollte daher sein,
eine ausreichende Erholung bei maximal möglichem Trainingsvolumen, -häufigkeit
zu erreichen.
Mehr
Masse mit der richtigen Trainingsplanung
Don Long, amerikanischer Bodybuilding Meister 1995, teilt sein wöchentliches
Trainingsprogramm in drei Teile. In Trainingstag eins werden Brust, Trizeps und
Bizeps trainiert, in Einheit zwei Quadrizeps, Beinbizeps und Waden und in der
dritten Trainingseinheit dann Rücken, Schultern und Bauch. Zusätzlich
empfiehlt er eine zweimalige Kardiobelastung über ca. 30 Minuten wöchentlich.
Im Gegensatz zu vielen Empfehlungen, einen Zweiersplit einzusetzen und so mit
vier wöchentlichen Trainingseinheiten, jede Muskelgruppe zweimal zu trainieren,
bietet dieses Programm ausreichend Erholung für die Muskulatur und schliesst
ein Übertraining so weitgehend aus. Das Muskelwachstum findet schliesslich nach
dem Training und nicht während des Trainings statt.
Jeder Satz sollte mit korrekter Ausführung und bis zum Muskelversagen durchgeführt
werden, dass heißt bis keine korrekte Wiederholung mehr möglich ist. Wird der
vorgegebene Wiederholungsbereich überschritten müssen die Gewichte erhöht
werden.
Das Programm ist dazu gedacht, ein Trainingsplateau zu überwinden und sollte
daher für mindestens drei Monate beständig durchgeführt werden.
Trainingseinheit 1
|
Übung |
Körperteil |
Sätze |
Wdh. |
|
Schrägbank-Kurzhanteldrücken |
Brust |
3 |
8-16 |
|
Flachbankdrücken |
Brust |
3 |
8-10 |
|
Trizepsdrücken |
Trizeps |
3 |
8-10 |
|
Trizeps-Kickbacks |
Trizeps |
3 |
10-12 |
|
Kurzhantel-Scottcurls |
Bizeps |
3 |
8-10 |
|
Curls
mit gerader Hantel |
Bizeps |
3 |
8-10 |
Trainingseinheit 2
|
Übung |
|
|
|
|
Beinstrecken |
Quadrizeps |
3 |
12-16 |
|
Kniebeugen |
Quadrizeps |
3 |
8-10 |
|
Beinpressen |
Quadrizeps |
3 |
8-10 |
|
Einbeinige
Curls im Liegen |
Beinbizeps |
3 |
10-15 |
|
Stehendes
Wadenheben |
Waden |
3 |
10-15 |
Trainingseinheit 3
|
Übung |
<> |
|
|
|
Latziehen |
Rücken |
3 |
8-12 |
|
Langhantelrudern |
Rücken |
4 |
10-12 |
|
Sitzndes
Schulterdrücken |
Schultern |
3 |
8-10 |
|
Seitheben |
Schultern |
4 |
10-12 |
|
Hängendes
Anheben der Beine |
Bauch |
3 |
10-15 |
|
Crunches |
Bauch |
3 |
10-15 |
An Tag eins wird
Trainingseinheit eins absolviert, an Tag zwei folgt ein Ausdauertraining, an Tag
drei widmet man sich Trainingseinheit zwei, Tag vier wird pausiert, Tag fünf
trainiert man nach Trainingsplan drei, am sechsten Tag folgt die zweite
Ausdauereinheit und der letzte Tag der Woche wird wieder pausiert.
Vor jede Übung mit Ausnahme des Bauchtrainings sollte ein leichter Aufwärmsatz
bestehend aus 25 Wiederholungen vorangestellt werden.
Flex, Oktober 1999, Seite 71 ff.
Die Frage wie ein effizientes Muskelaufbautraining auszusehen hat, richtet sich nicht nur nach qualitativen Massstäben, sondern ebenso nach der Quantität. Auf der Suche nach dem effizientesten Trainingsintervall gibt es nicht nur die Gratwanderung zwischen Übertraining und dem Optimum, sondern auch die Frage nach dem minimal notwendigen Trainingsreiz.
Arten der Energiebereitstellung für
die Muskelarbeit
Jede muskuläre Betätigung bedarf entsprechend der Intensität der Kontraktion
oder Anspannung eines mehr oder weniger hohen Energiezuflusses. Der Organismus
greift hier auf energiereiche Phosphate (Adenosintriphosphat - ATP/
Kreatinphosphat -KP) zurück, die ihm rasch die notwendige Energie liefern. Unglücklicherweise
stehen dem Körper nur geringe Reserven dieser Verbindungen zur Verfügung, so
dass er auf verschiedene Systeme angewiesen ist, die zur Herstellung von ATP
geeignet sind.
Bei den Energiefreistzungssystemen unterscheidet man zwischen den Systemen, die
ATP ohne Verbrauch von Sauerstoff (anaerobe Energiefreisetzung) und unter
Verbrauch von Sauerstoff (aerobe Energiefreisetzung) bereitstellen.
Bei der anaeroben Energiefreisetzung werden zunächst die energiereichen
Phosphatverbindungen, die in den beteiligten Muskelzellen vorhanden sind,
aufgebraucht. Hierbei wird ATP durch Abspaltung von einem Phosphatteil und unter
Freisetzung von sog. chemischer Energie zu ADP (Adenosindiphosphat). KP wird
ebenfalls unter Freisetzung von Energie zu Kreatin und Phosphat aufgespalten.
Die unvollständige Verbrennung von Glykogen ist die zweite anaerobe Methode zur
Energiebereitstellung. Glykogen ist die Speicherform der Glukose, dem
Traubenzucker, einem einfachen Kohlenhydrat. Bei der unvollständigen, also ohne
Zugabe von Sauerstoff erfolgenden Glykogenverbrennung entsteht Laktat (Milchsäure),
das dem Körper zwar auch als Energielieferant dient aber durch die Übersäuerung
der Muskulatur auch leistungsvermindernd wirkt. Ist die Laktatansammlung zu
hoch, kommt es zur Erliegen der Kontraktionsfähigkeit des Muskels. Glücklicherweise
findet der Abtransport sehr zügig statt, so dass die Muskelarbeit nach wenigen
Sekunden Pause wieder möglich ist.
Als aerobe Energiefreisetzung bezeichnet man die vollständige Verbrennung von
Glykogen und Fetten. Beide Nährstoffe werden zu Kohlendioxid und Wasser
oxidiert wodurch wiederum Energie freigesetzt wird. Glykolyse (Abspaltung von
Glykogen) und Lipolyse (Abspaltung von Fettsäuren) stellen die Brennstoffe
jeweils zur Verfügung.
In Ruheposition wie beispielweise dem Schlaf ist die Energieflussrate
(ATP-Gewinnung pro Zeit) sehr gering, so dass die Energiefreisetzung fast
ausschließlich durch die langsame Fettsäurenoxidation (aerobe
Energiefreisetzung) stattfinden kann. Die Fettreserven machen den größten Teil
der im Körper gespeicherten Energie aus. Selbst eine 70 Kilo schwerer Sportler
mit geringem Körperfettanteil hat ein Fettdepot von nahezu 50.000 Kcal.
Theoretisch wäre er in der Lage allein mit dieser Energie einen Monat (!) lang
ohne Nahrung auszukommen.
Bei einem extensiven Lauftraining wie beispielsweise einem
Fettstoffwechseltraining wie es Marathonläufer ausführen, stammen ca. 80
Prozent der bereitgestellten Energie aus Fetten, während ca. 20 Prozent durch
die Oxidation von Glykogen freigesetzt werden. Je besser der Fettstoffwechsel
funktioniert, desto höher die mögliche Dauer der Ausdauerleistung, da es so zu
einem glykogensparenden Effekt kommt. Nicht zu verwechseln ist
Fettstoffwechseltraining mit Fettabbautraining. Da ein Fettstoffwechseltraining
zwar im Vergleich prozentual mehr Fett verbrennt, durch den niedrigeren
Gesamtenergieverbrauch allerdings weniger Fett absolut verbrennt.
Ein intensiveres Lauftraining mit mittlerer Geschwindigkeit bezieht bereits die
Hälfte seiner Energie aus Kohlenhydraten. Je intensiver die Belastung, desto höher
die Energieflussrate, desto mehr greift der Körper auf seine Glykogenspeicher
zurück. Bei einem trainierten Sportler können diese bis zu 500 g Glykogen
enthalten, einer Menge, die zu einer intensiven Ausdauerbelastung von eineinhalb
Stunden ausreichen würde.
Ein 5000-Meter-Lauf spielt sich ebenfalls primär im aeroben Bereich ab, wobei
hier allerdings nahezu ausschließlich Glykogen verbrannt wird. Die
Glykogenreserven sind bei intensiver Dauerbelastung je nach Trainingszustand
nach 60 bis 90 Minuten weitgehend erschöpft.
Bei einem 400-Meter-Lauf stammt ebenfalls nahezu die gesamte Energie aus der
Glykogenverbrennung. Allerdings läuft diese im Gegensatz zur
5000-Meter-Intensität im Bereich der sauerstoffarmen unvollständigen
Verbrennung ab. Diese hauptsächlich dem Kraft- und
Schnelligkeitsausdauerbereich zuteilwerdende Energiebereitstellung ist durch die
Ansammlung von Laktat begrenzt, so dass die Leistung im Schnitt nur 15 - 45
Sekunden aufrecht erhalten werden kann bis es durch Übersäuerung zum
Stillstand kommt. Die maximal mögliche Leistung bei ähnlicher Intensität und
längerer Belastungsdauer findet im Bereich zwischen der aeroben und der
anaeroben Glykogenverbrennung ab. Die Laktatansammlung und der Laktatabbau
halten sich in diesem so. Schwellenbereich in der Waage. Innerhalb von zwei bis
drei Tagen sind die Glykogenreserven in der Regel wieder vollständig aufgebaut.
Beim 100-Meter-Lauf wiederum greift der Körper primär auf die energiereichen
Phosphate zurück, die ihm Energie im Bereich von maximal 15 Sekunden
bereitsstellen. Die anaerob-laktazide Energiebereitstellung dient primär der
Maximal- und Schnellkraft. Nach einigen Sekunden bis wenigen Minuten Pause sind
die Phosphatverbindung wieder regeneriert und stehen erneut zur Verfügung.
Sämtliche Vorgange laufen parallel zueinander ab, wobei der Höhe des
Energieflussrate und die Dauer der Leistung darüber entscheidet, welches System
primär genutzt wird.
Schmerz ist nicht gleich Schmerz! Wer beim Training, gleich ob beim Widerstands-, Lauf- oder Fussballtraining, Schmerzen hat, sollte den Satz "No pain, no gain!" nicht immer unkritisch aussprechen.
Zerrungen
und Faserrisse
Diese beiden Verletzungen zählen zu den häufigsten Folgen von
Trainingseinheiten, die ohne jegliches Aufwärmen und Dehnen absolviert werden.
Am folgenschwersten ist der Faserriss, bei dem es oft zu Blutungen ins Gewebe
kommt. Ein Besuch bei einem Sportmediziner ist dringend zu empfehlen und auch
das Trainings für diese Muskelpartie sollte je nach Schwere des Risses mehrere
Wochen ausgesetzt werden. Erste Massnahme sollte eine grossflächige Kühlung
oder eventuell sogar das Anlegen eines Kompressionsverbandes sein, um den
Bluterguss möglichst klein zu halten.
Vorbeugend sollte man stets ein Aufwärmtraining und entsprechende Dehnübungen
durchführen. So beugt man nicht nur Verletzungen vor, sondern entlockt dem
Muskel auch mehr Kraft. Je grösser die vorausgegangene Dehnung, desto besser
die nachfolgende Kontraktion.
Sport & Fitness, Nr. 5/99, Seite 28 ff.
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Hautrisse/Dehnungsstreifen
Hautrisse oder auch Dehnungsstreifen (Schwangerschaftsstreifen) entstehen durch Risse im Bindegewebe. Diese entstehen durch schnelles Muskelwachstum, schnelle
Gewichtszunahme oder starken Pump im Training. Häufig entstehen Dehnungsstreifen im Bodybuilding und Krafttraining, meist im Bizeps- und hinteren
Trizepsbereich, manchmal gehen die Dehnungsstreifen über bis auf die Brust. Dehnungsstreifen haben nichts mit dem Konsum von anabolen Steroiden zu tun wie
fälschlicherweise oft behauptet wird. Man kann auch ohne AAS so schnell wachsen, dass die Haut nicht mitkommt! Am besten dagegen hilft Zink, am Besten
Zinksalbe auftragen. Vor dem Training die betroffenen Stellen mit Melkfett einreiben damit die Haut elastischer wird. Sind die Hautrisse erst einmal entstanden, gehen
sie leider nie mehr weg. Mit der Zeit sieht man sie jedoch nicht mehr so gut und auch etwas bräunen/Solarium macht sie etwas unsichtbarer.
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Reizstromgeräte
Man liest in vielen einschlägigen Magazinen von Geräten, die mittels Dioden am
Körper angebracht, das Widerstandstraining ersetzen sollen. Schaltet man den
Fernseher ein, so blicken einem schlanke Frauen und durchtrainierte muskulöse Männer
entgegen, die völlig verkabelt aber mit einem Lächeln auf den Lippen uns ein
Gerät für teils bis zu mehreren hundert Franken schmackhaft machen wollen
durch das sie so schlank und muskulös geworden sind. Funktioniert so etwas tatsächlich
und wenn, was bringt es einem dann tatsächlich?
In der Schulmedizin werden schwache elektrische Impulse bereits seit nahezu 50
Jahren zur Schmerzlinderung, Durchblutungsförderung und Entzündungshemmung
verwendet. Allerdings gibt es bislang keinen Beleg dafür, dass die Verwendung
von Reizstrom auch zu einem Muskelaufbau oder einem Fettabbau führt.
Angenommen ein Muskelaufbau wäre mit einer solchen Behandlung möglich, so muss
man sich allerdings die Frage stellen, welchen Sinn eine Mehrbelastung dieser
Art haben soll. Die beim Krafttraining stattfindende Optimierung des
Nerv-Muskel-Zusammenspiels würde bei dem Einsatz von elektrischen Impulsen wohl
kaum stattfinden können. Die aufgebaute Muskulatur wäre somit deutlich
leistungsschwächer als durch Krafttraining aufgebaute Muskulatur.
Muskulatur muss durchblutet und versorgt werden. Während gezieltes Training
nicht nur die Muskulatur sondern auch das Herz-Kreislaufsystem trainiert, muss
angenommen werden, dass dieses durch Reizstrom unberührt bleibt. Der Körper
muss folglich völlig überfordert werden, je mehr Muskulatur durch Reizstrom
aufgebaut würde.
Wäre ein lokaler Muskelaufbau durch Anbringen einer entsprechenden Diode möglich,
so wäre ein gleichmässiger Aufbau der Skelettmuskulatur in seinen natürlichen
Proportionen kaum zu gewährleisten. Haltungsschäden und ernsthafte
Verletzungen wären vorprogrammiert.
Alles in allem - ob funktionierend oder nicht - ist der Verkauf von portablen
Reizstromgeräten zum Bodystyling nichts als eine weitere Methode der Industrie,
den Schlankheitswahn und die starke Fixierung auf die Optik möglichst
gewinnbringend zu nutzen. Was nütz eine Muskulatur, die nur nach aussen einen
starken und leistungsfähigen Körper vorgaukelt aber tatsächlich nur eine
leere Hülle ist?
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