Ausführliche
Informationen über L-Glutamin
L-Glutamin wird als "bedingungsweise essentielle" Aminosäure
bezeichnet. Es ist die am meisten in der Skelettmuskulatur vorkommende Aminosäure.
Über 50% aller freien Aminosäuren bestehen aus Glutamin. Glutamin kann im Körper
zu Glutaminsäure umgewandelt werden und umgekehrt. Der Körper kann Glutamin
unter Aufnahme von Ammoniak aus Glutaminsäure bilden. Glutamin ist sehr
hitzeempfindlich und kann im Körper leicht zu Glutaminsäure und Ammoniak
umgewandelt werden. Weiterhin wird durch die additive Gabe von Glutamin die
Syntheserate des Organismus reduziert, was mit einer Verminderung der
Ammoniakentgiftung gleichzusetzen ist. Ammoniak (NH3) ist ein toxisches Gas, das
in Form von Harnsäure im Urin ausgeschieden wird und unter anderem zu
Gelenkproblemen führen kann. Eine Supplementierung sollte daher über maximal 8
Wochen, gefolgt von einer mehrwöchigen Pause, erfolgen, um die toxische
Belastung des Organismus mit Ammoniak zu reduzieren.
Glutamin kommt in fast allen
Proteinen vor.
Besonders große Mengen an Glutamin sind in: Gliadin (Weizenprotein) (31 %),
Casein (24 %), Molkeprotein (7 %), Mais- und Sojaprotein (6 %) enthalten.
Natriumglutamat wird vielseitig als Würzmittel und Geschmacksverstärker
eingesetzt.
Mangelerscheinungen sind
geschwächter Immunstatus und verzögerte Wundheilung.
Sportler haben einen stark
erhöhten Bedarf an Glutamin. Glutamin spielt eine Schlüsselrolle in der Verhütung
von Ermüdungszuständen und Folgen des Übertrainierens. Je nach Intensität
der körperlichen Belastung sollten zwischen 5 und 20 Gramm eingenommen werden.
Für die optimale Resorption von Glutamin ist eine ausreichende Versorgung mit
Vitamin B6 erforderlich.
Glutamin und Energie
Glutamin ist der
Hauptbrennstoff für schnell teilende Zellen wie den Darmzellen. So wird
einleuchtend, weshalb peroral eingenommenes Glutamin zu 85% das Passieren des
Darmtraktes nicht übersteht. Stabiler sind Di- und Tripeptide. Diese werden
ausserdem vom Körper besser resorbiert als die freie Aminosäure und vermindern
die Wahrscheinlichkeit einer ungewollten Umwandlung in Ammoniak.
Glutamin kann in den Nieren
in Glucose umgewandelt werden und zwar ohne die Glukagon- und Insulinwerte zu
beeinflussen. Somit trägt es gleichfalls zu einer Energiegewinnung bei, die die
durch das Insulin hervorgerufene Fetteinlagerung zu umgehen in der Lage ist. Es
wirkt, wie auch Untersuchungen an Mäusen bewiesen haben, der
Nahrungsfettspeicherung entgegen, hilft folglich bei der Regulierung des Körpergewichts.
Auch den Zellen des
Immunsystems dient Glutamin als Brennstoff, so dass eine Wirkung auf das
Immunsystem wenigstens nicht auszuschliessen ist. Bei Krankheiten wird die
Rekonvaleszenz (Erholung) durch Glutamin beschleunigt.
Glutamin und die
Proteinsynthese
Glutamin steht im direkten
Zusammenhang mit der Proteinsynthese, da es für den Transport von Stickstoff,
einem Bestandteil von Proteinen, verantwortlich ist. Glutamin begünstigt die
Resorption anderer Aminosäuren. Bei intensivem Muskeltraining kann der Körper
bis zu 40 g Glutamin verlieren. Da dies mehr ist als der Organismus selbst
synthetisieren kann, muss es schnellstmöglich wieder zugeführt werden, da die
Muskelzelle sonst in einen katabolen Zustand fällt (Eine negative
Stickstoffbilanz ist daher immer ein Zeichen von Muskelabbau).
Glutamin und die
Hormonproduktion
Glutamin stimuliert die
Testosteron- und Wachstumhormonausschüttung (HGH = Human Growth
Hormon). Es verhindert somit durch die hemmende Wirkung dieser
Hormone auf den Cortisolspiegel seinen eigenen Abbau nach hartem
Wiederstandstraining.
In einer doppel-blinden
plazebo-kontrollierten Studie wurden 20 männlichen Probanden unterschiedlicher
Trainingsstufen unmittelbar nach einem 30 minutigen Krafttraining entweder ein
unwirksames Placebo oder Glutamin verabreicht. Diesen Vorgang wiederholte man
unter Verwendung anderer Dosierungen zweimal und nahm jeweils unmittelbar nach
dem Training, nach einer Stunde, nach zwei Stunden und nach vier Stunden die
Blutwerte der Wachstumshormone, des ungebundenen Testosterons, des Insulins und
des IGF-1 (Insulin-like Growth Factor-1).
|
Hormone |
Eine Stunde |
Zwei Stunden |
Vier Stunden |
|
HGH |
1,5 |
2,0 |
2,2 |
|
Freies Testosteron |
1,1 |
1,3 |
1,2 |
|
Insulin |
1,1 |
1,3 |
1,2 |
|
IGF-1 |
1,0 |
1,0 |
1,0 |
|
Hormone |
Zwei Gramm |
Vier Gramm |
Acht Gramm |
|
HGH |
2,0 |
4,0 |
3,6 |
|
Freies Testosteron |
1,2 |
2,0 |
2,0 |
|
IGF-1 |
1,0 |
1,0 |
1,0 |
Wie aus den
Studienergebnissen ersichtlich liegt die optimale Dosis bei 4 Gramm Glutamin.
Die Einnahme muss in Wasser unmittelbar nach dem Training und auf nüchternen
Magen und ohne Zugabe irgendwelcher Kalorien erfolgen.
Abzuwarten wäre noch eine Studie, die sich mit den Hormonwerten bei der Einnahme von Glutamin in Verbindung mit einem Protein-Kohlenhydrat-Getränk nach dem Training beschäftigt. Schliesslich ist die positive Wirkung des Post-Workout-Shakes auf die Regeneration und die Proteinabbau- und Proteinsyntheserate schon seit langem kein Geheimnis mehr.
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